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4 Gründe, warum Dein digitales Projekt scheitert, bevor es richtig angefangen hat.

Wer digital erfolgreich sein möchte, muss nicht immer alles richtig machen. Diese Fehler solltest Du aber unbedingt vermeiden.
spatz digital stefan patzer | spatz.digital

Alles beginnt mit einer Idee. Du möchtest Dein eigenes digitales Projekt starten und dabei den Platz an der Sonne erklimmen.

Noch bevor Du den ersten Finger gerührt hast, bekommst Du dieses Bild nicht mehr aus Deinem Kopf. Diese Bild, wie Du zum erfolgreichen Digitalunternehmer wirst.

Nun kneifst Du die Arschbacken zusammen, stemmst den finanziellen Aufwand und bittest bei Familie und Freunden um Verständnis, nicht mehr ganz so viel Zeit für sie zu haben.

Doch mit der Zeit merkst Du, dass das digitale Geschäft härter ist als erwartet. Von dem Gedanken, dass eine Webseite alleine ausreichen wird, um erfolgreich zu sein, hast Du Dich schon lange verabschiedet. Deine Motivation ist gewichen und wurde durch puren Frust ersetzt.

Ganz klar, dies ist der Anfang vom Ende Deines Projektes.

Doch warum ist das so? Warum scheitern digitale Projekte schon, bevor sie erst richtig angefangen haben?

Es gibt dafür vielerlei Gründe. Vielleicht war es der falsche Zeitpunkt. Dein Produkt war vielleicht nicht gut. Oder, oder, oder…

Dies alles lässt sich im Nachgang wunderbar analysieren. Doch die größten Stolpersteine, über die die Meisten fallen, sind hausgemacht.

Hier zeige ich Dir die typischen Gründe, warum Dein Projekt scheitert, bevor es überhaupt richtig angefangen hat.

Aber nur keine Angst. Auch ich wurde als noch junger Unternehmer von dem einen oder anderen Grund hart bestraft. Es gilt, die folgende Punkte zu vermeiden um dann so richtig durchstarten zu können.

Grund 1: Du hast falsche Erwarungen

Die Welt ist digital geworden. Alle sprechen nur noch von der Digitalisierung, den Herausforderungen aber auch von all den Chancen die sich daraus ergeben. Von Menschen, die mit ihren Start-ups zu Millionären geworden sind.

Anbieter von Webseiten-Baukästen machen hierfür tolle Werbung und erklären, wie leicht es doch ist, die eigene Webseite zu erstellen und damit Millionen Menschen zu erreichen.

Der allgemeine Tenor lautet: Es geht schnell und es geht günstig.

Das stimmt. Du kannst wirklich mit sehr wenig Geld und in relativ kurzer Zeit eine Webseite erstellen. Doch wirklich erfolgreich wird man nicht, nur weil man eine Webseite sein eigen nennt.

Stell Dir vor, Du eröffnest ein Versicherungsbüro. Du mietest Dir in der Innenstadt ein schickes Büro. Es gibt soviel Laufkundschaft, dass Du Dich vor Arbeit gar nicht mehr retten kannst. Der Laden brummt, ohne dass Du groß etwas dafür tun musst.

Jetzt stell Dir bitte vor, das Büro ist nicht in der Innenstadt, sondern weit draußen im Industriegebiet. Das Büro befindet sich in einer kleinen Lücke zwischen einem Logistikzentrum und einer Entsorgungsgesellschaft. Keine Laufkundschaft. Keine potenziellen Neukunden, die ohne Dein eigenes zu tun in den Laden stürzen.

Du möchtest natürlich in das Büro in der Innenstadt, aber: Im digitalen Business gibt es diese Innenstadt nicht. Nur das kleine Büro im Nirgendwo.

Dies ist der erste Punkt, den Du verstehen musst. Du stehst zum Start Deines Projektes da draußen ganz alleine auf weiter Flur. Niemand kennt Dich und stolpert nur so rein zufällig in Deinen Laden.

Keiner hat auf Dich gewartet. Es gibt keine Menschenschlange da draußen vor den Toren, die nur darauf warten, dass Du endlich loslegst.

Das klingt hart, aber so ist es. Gib Dich der Illusion nicht hin, dass es einfach nur reicht, da zu sein.

Du musst verinnerlichen, dass ein digitales Projekt aus mehr als nur einer Webseite besteht. Dass neben Deinem eigentlichen Geschäft noch zahlreiche Aufgaben auf Dich warten, die genauso wichtig sind.

Lass Dich davon aber nicht entmutigen. Viele vor Dir haben sich dieser Herausforderung erfolgreich gestellt.

Warum solltest Du das nicht auch können?

Grund 2: Du wirst zu einer Kopie

Bevor Du Dein digitales Geschäft startest, hast Du privat schon reichlich Erfahrung in der Welt des Webs gemacht. Du hast Deine Lieblingsseiten bereits gefunden. Du mietest Unterkünfte bei AirBnB, kaufst bei Amazon ein, nutzt Facebook und Twitter und liest Nachrichten bei den großen Verlagen.

Natürlich hast Du auch schon Deine erste Mitbewerber-Recherche hinter Dir.

Dabei ist Dir aufgefallen, wie hochgradig professionell doch all diese Webseiten sind. Die Farben passen, die Bedienbarkeit ist super und es gibt so viele tolle Features.

Du denkst Dir, dass Deine eigene Webseite eben genau diese Professionalität benötigt. Anderenfalls nimmt Dich doch keiner für voll.

Mit dieser Erkenntnis ausgestattet, gehst Du frohen Mutes ans Werk. Egal, ob Du Deinen Webauftritt selbst erstellst oder eine Agentur damit beauftragst. Die Liste der Aufgaben ist lang.

Ist sie aber vielleicht zu lang?

Deine Webseite soll nun genau so aussehen wie die von Deinem Mitbewerber mit einem Hauch von AirBnB, weil die wirklich gut aussieht. Dazu soll noch dieses und jenes Feature hinzukommen, weil Du das schon recht cool findest.

Um all diese Anforderungen zu erfüllen, braucht es natürlich eine Menge Zeit und vor allem eine menge Geld.

Doch in dieser Vorgehensweise verbergen sich schon einige Fehler, die Dir schon vor dem Start das Genick brechen können:

  1. Verschwendete Ressourcen: Damit alle Deine Anforderungen erfüllt werden können, vergeht eine Menge Zeit. Zeit, die Du eigentlich schon damit verbringen könntest, Marketing zu betreiben, erste Erfahrungen zu machen und um Deine Kundengruppe besser kennenzulernen.
  2. Falsche Quelle: Sich von den großen inspirieren zu lassen ist nicht falsch, aber es muss zu Deinem Geschäft passen. Möchtest Du online Kinderkleidung verkaufen, dann bringt es Dir nichts, wenn Deine Seite aussieht wie die vom MediaMarkt.
  3. Du stehst im Mittelpunkt: Anstatt etwas für Deine Kunden zu erschaffen, kreierst Du von Anfang an nur das, was Dir gefällt. Du bist der Meinung, dass wenn Du zufrieden bist, es Deine potenzielle Zielgruppe auch ist. Das ist aber meist nicht der Fall. Mache Dir vor Deinem Start genaue Vorstellungen davon, wer Deine Kunden sind und stelle diese bei jeder Überlegung in den Mittelpunkt.

Natürlich sollst Du alles im Blick haben. Wissen, was Deine Mitbewerber machen und wie sich die Welt verändert. Schließlich musst Du stets am Puls der Zeit sein.

Du darfst aber nicht den Fehler machen, nur eine Kopie von jemand anderen zu werden. Niemand braucht und will eine Kopie. Mache es auf Deine Weise und überlege dabei ganz genau, was Deine Kunden eigentlich von Dir erwarten.

Grund 3: Du bist zu perfektionistisch

Auf diesen Grund bzw. Fehler möchte ich Dich hinweisen, da ich ihn selbst das ein oder andere Mal begangen habe. Gerade bei meinen eigenen ersten Projekten vor über 10 Jahren stand mir mein Perfektionismus permanent im Wege.

Perfektionismus ist der schleichende Tod.

Ich möchte Dich jetzt gar nicht mit diesen abgedroschenen Silicon Valley Phrasen nerven ala “falle schnell” und so weiter.

Die wichtigste Sache, die Du aus diesem Punkt entnehmen sollst, ist, dass Du es einfach mal gut sein lassen musst.

Du solltest bei Deiner Arbeit immer 100 % geben. Verschwende niemals nur einen Gedanken daran, eine halbfertige oder liederliche Arbeit abzuliefern. Gib gefälligst Dein bestes – immer!

Du musst Dich aber daran gewöhnen, dass es da draußen immer Menschen geben wird, die Deine Arbeit salopp gesagt schei**e finden.

Da kannst Du Dich noch so lange in einen Keller verziehen und tüfteln bis Dir der Kopf explodiert. Es allen recht machen zu wollen ist unmöglich.

Nehmen wir doch einmal unsere Webseite. Also die, auf der Du Dich gerade befindest. Als wir sie erstellt haben, fanden wir sie gut. Kurz bevor wir sie online nehmen wollten, fanden wir aber plötzlich Dinge, die uns dann doch nicht mehr zusagten.

Auf einmal waren wir nicht mehr von unseren Texten und den Farben überzeugt. Ganz zu schweigen von unserer Bildauswahl – gruselig.

Dennoch nahmen wir Sie online. Schließlich wollten wir ein Unternehmen aufbauen und eine Agentur für digitales Marketing ohne Webseite – das wird wohl eher nichts.

Seit diesem Zeitpunkt hilft sie uns neue Kunden zu finden und unser Wissen mit Anderen zu teilen.

Was ich damit sagen möchte: Hätten wir damals unsere Seite erst online gestellt, als alle rundum zufrieden gewesen wären – wir würden heute immer noch keine Webseite haben. Keine Kunden. Kein Einkommen.

Wir haben aber damals unser Bestes gegeben und waren mit dem Ergebnis im ersten Moment sehr zufrieden. Also ab damit.

Seit dem Start haben wir eine Menge verändert. Bilder getauscht, Farben angepasst, Texte neu verfasst.

Wir optimieren ständig und sind noch extrem weit davon entfernt, das aus unserer Sicht Perfekte erschaffen zu haben.

Wenn Du ein Perfektionist bist, dann bleib es auch. Strebe immer nach dem perfekten Zustand. Gib dabei immer Dein bestes. Mache aber niemals den Fehler, Deine Arbeit so lange zurückzuhalten, bis sie den angeblich perfekten Zustand erreicht hat. Irgendwas ist schließlich immer.

Wenn es gut ist, dann stell es der Welt zur Verüfung. Perfektonieren kannst Du es später immernoch.

Grund 4: Du leidest an Selbstüberschätzung

Auch dies ist etwas, was ich am eigenen Leib erfahren habe und mir meine bisher schwerste Niederlage einbrachte.

Ich startete in meinen frühen 20ern ein E-Commerce Projekt, dass genau an diesem Punkt krachend scheiterte.

Doch was war passiert?

Dies war mein erstes Projekt, welches ich solo gestartet hatte. Ohne Geschäftspartner aber mit einer riesigen Portion Motivation.

Dank meiner Erfolge in vorherigen Projekten hatte ich in meinem Leben wohl nie mehr Selbstvertrauen als zu diesem Zeitpunkt. Und mit dem Selbstvertrauen ging eine abartige Selbstüberschätzung einher.

In dem unerschütterlichen Glauben, besser zu sein als alle Anderen, ging ich also ans Werk.

Geld gab es von der Bank. Mitarbeiter waren da und die Infrastruktur passte halbwegs. Die Voraussetzungen waren also optimal und dennoch knallte ich härter und schneller auf den Boden, als ich es mir je Erträumen konnte.

Trotz meines jungen Alters hatte ich schon viele Jahre Erfahrung und ein breitgefächertes Wissen.

Ich war in der Lage einen professionellen Webshop selbst zu erstellen. Marketing-Kampagnen zu planen, zu erstellen und zu optimieren. Die kaufmännischen Aufgaben waren sowieso schon immer in meiner Hand und den Einkauf kann ich ja dann auch noch handhaben.

Ganz sicher war ich jeder einzelnen Aufgabe gewachsen. Aber nicht allen zusammen -gleichzeitung und alleine!

Ich muss erwähnen, dass ich zum Start weg Mitarbeiter für mein Projekt hatte. Doch in meiner Selbstüberschätzung gefangen, habe ich sie eher zu Handlangern degradiert, anstatt ihnen wichtige Aufgaben vertrauensvoll zu übertragen.

Und was passiert in solchen Fällen? Der Arbeitstag hatte für mich plötzlich 20 Stunden und das, was ich tat, hatte mit qualitativ hochwertiger Arbeit nicht mehr viel gemein.

Zeit verging, Geld verbrannte und ich ertrank in Arbeit. Dieses Projekt ist verdammt schnell gestorben und hat mich noch Jahre später finanziell verfolgt.

Was Du daraus lernen kannst: Du bist bestimmt wirklich gut in den Dingen, die Du machst, aber glaube nicht, dass es andere nicht auch sind. Verinnerliche das, sei nicht so überheblich und lass Dir von anderen helfen.

Fazit

Dies sind nur 4 von einigen Gründen, warum Unternehmungen scheitern, bevor sie richtig begonnen haben.

Ich habe diese 4 Gründe gewählt, weil mir diese meist bei Projekten auffallen und weil manche davon mir selbst das ein oder andere Mal das Genick gebrochen haben.

Alle hier aufgeführten Gründe haben nichts mit Deinem eigentlich Vorhaben zu tun, sondern nur mit Dir und Deiner persönlichen Einstellung.

Bei der Gründung eines Unternehmens ist es wichtig, dass Du mit dem richtigen Mindset an die Sache gehst.

Mein Rat an Dich:

  1. Beschäftige Dich vor dem Start intensiv mit dem Markt, in den Du eintreten möchtest. Schau genau, welche Fähigkeiten Du brauchst und wie Du sie Dir aneignen oder zukaufen kannst. Begreife, dass eine schöne Webseite alleine noch lange kein Erfolg verspricht.

  2. Hör auf jemand anderes sein zu wollen. Auch wenn es anziehend erscheint, einfach jemanden zu kopieren und zu hoffen, von seinem Erfolg zu partizipieren – das klappt wenn nur sehr selten. Mache Dein Ding und behalte dabei stets die Interessen Deiner Kunden im Blick. Auch die großen machen nicht alles richtig

  3. Hör auf zu glauben, dass irgendwas perfekt sein könnte. Dein Online-Shop hat alles, was es braucht – dann stell ihn online. Deine App fehlt Deiner Meinung der Feinschliff? Den Feinschliff wird sie nie bekommen, weil Du sowieso immer weiter optimieren musst. Habe keine Angst vor schlechten Erfahrungen, sondern lerne aus ihnen.

  4. Auch wenn Du glaubst alles zu können – lass Dir helfen. Du wirst niemals alles alleine machen können und wenn doch – dann wird Deine Arbeit niemals qualitativ hochwertig sein.
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